AStA-Koalition lehnt Quotierung ab

An manchen Abenden sitzt man im Studierendenparlament und ist ob der relativen Belanglosigkeit von Uni-Politik so entspannt und versöhnlich, dass man nicht einmal Lust hat, aufstrebenden JungpolitikerInnen schon früh in ihrer Karriere beizubringen, wie sich das anfühlt, den Rest seines Lebens von der Mehrheit der Bevölkerung nicht für voll genommen zu werden. Und dann passiert in der Regel etwas, was einen dazu zwingt. Diesmal ging es um die neue Satzung – eine Sache, in der das gemeinsame Interesse normalerweise zur Zusammenarbeit verpflichtet.

Eigentlich war auch schon alles unter Dach und Fach und die Satzung bereits beschlossen – lediglich ein paar formale Korrekturen hatten zwischenzeitlich vorgenommen werden und so sollte über die Satzung erneut abgestimmt werden. (Ob das tatsächlich nötig ist in solchen Fällen, wird noch geklärt.) Der Grund? Der aktuellen AStA-Koalition ist die Quotierung des AStA-Vorstandes (auf mindestens 50% weibliche Mitglieder) ein Dorn im Auge.
Nach deren Meinung sollte sie zwar formal bestehen bleiben, aber bereits mit der Mehrheit, die für eine stabile Koalition ohnehin von Nöten ist, außer Kraft gesetzt werden können. Die Diskussion brachte ans Tageslicht, dass so manchem Mitglied des AStA-Vorstandes, die vielen guten Gründe für so eine Regelung lediglich andeutungsweise vertraut waren. Man wünschte sich fast, die Quotierung würde offensichtlicher aus machtpolitischen Gründen blockiert, als aus so umfassender Ignoranz gegenüber ihrer Bedeutung. Es bleibt zu hoffen, dass die Satzung in ihrer geplanten Form in der nächsten Sitzung, begleitet von einer Entschuldigung, durch gewunken wird.

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